Jiří Pinkas
Es wurde das Jahr 1859 geschrieben und in einer Prager Geigenmacherwerkstatt in den Händen von Ferdinand August Homolka ist ein Instrument entstanden, welches bedeutend den Weg durch mein musikalisches Leben beeinflusst hat.141 Jahre später fing ich an, das Geigenspiel an der Prager Musikakademie zu studieren und erfuhr über eine sehr interessante Bratsche, welche im Schrank des Schularchivs ruhte und auf jemanden wartete, der das Bündel vom Rossharr greifen und ihr zu Leben verhelfen wollte.
In dem Zeitraum, als ich den Mut zur Beschau des Instruments zu sammeln versuchte, kamen die drei bereits vorhandenen Mitglieder des Bennewitz-Quartetts zu mir und erzählten, dass sie jemanden suchten, der Lust hätte sich um die dritte Zeile in der Quartett Partitur zu kümmern
Dieser Moment gab den Ausschlag. Ich wurde zum Bratschist des Bennewitz-Quartetts. Der Anfang war aber schwieriger, als ich mir es vorgestellt habe... Das Hauptproblem ist gleich am Anfang der bereits erwähnten dritten Zeile erstanden – es gabt dort nämlich den Altschlüssel… Nach drei Wochen der Ehe mit dem Bennewitz-Quartett haben wir anlässlich eines Sommer-Meister-Kurses in Österreich den Wettbewerb um den Béla Bartók-Preis gewonnen. Hätte einer der Schiedsrichter erfahren, dass ich den Altschlüssel nicht gekannt hatte, und so meinen gesamten Bratschen-Part waghalsig transponiert hatte, würde er sich wahrscheinlich gut amüsieren. Damals hat für mich mit diesem Erlebnis das Abenteuer des Quartett-Spieles begonnen.
Die Homolka-Bratsche hat mich in die richtige Richtung geführt. Seit dem Abschluss meines Studiums an der Akademie denke ich an sie in Melancholie zurück - nun wartet sie wieder im Schrank des Schularchivs auf den nächsten Abenteurer.
